Schon immer haben sie uns mächtig angezogen, die bizarren Gestalten der Alpen und immer wieder treiben sie den kleinen Menschen mit seiner Sehnsucht nach Grenzüberschreitung zum Äußersten.
Der Berg ruft, heißt es dann immer, ausgerechnet von ihm, dem Schweigsamen, Erhabenen, der uns besonders heftig lockt.
Und denen, die ihm zu hoch kommen, bereitet er die Hölle. Denn der Berg lässt sich nicht alles gefallen.
und bezwingen lässt er sich schon gar nicht so einfach. Wie eine beleidigte Majestät oder Gottheit schreit er manchmal nach Rache. Dann rast und tobt er, vernichtet und verschlingt alles. Doch seit über 200 Jahren reizt er die Himmelsstürmer: der Mont Blanc.
Als der bergbegeisterte Genfer Naturwissenschaftler Bénédict de Saussure am 3. August 1787 im roten Gehrock endlich auf dem Gipfel des Mont Blanc stand, war ihm speiübel. Belastet mit ungeheuren Gepäckstücken, darunter Barometer, Hygrometer und trigonometrische Geräte, erreichte er sein Ziel.
Mit 47 Jahren eine enorme Leistung. "Ich war wie ein Gourmet, den man zu einem großartigen Festmahl eingeladen hat und dessen tiefe Abscheu ihn daran hindert, es zu geniessen", notierte er mürrisch, nachdem er mit Gliederschmerzen, Blasen an den Füßen und Herzrasen wieder abgestiegen war.